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Erfolgreiche Premiere und inspirierende Reise in die Zukunft des Velofahrens

Am 23. Mai 2024 vereinte das Veloforum im Kongresshaus Zürich 300 Teilnehmende und 22 Referenten, um innovative Lösungen für die Zukunft von Velothemen in der Schweiz zu diskutieren und Netzwerke zu knüpfen. Es war eine inspirierende Veranstaltung, die den Weg für eine Verdoppelung der Velokilometer aufzeigte und zu weiterführenden Diskussionen ebnete.

Das Veloforum hat eindrucksvoll und nachhaltig gezeigt, wie wichtig der offene Austausch und eine intensive Vernetzung innerhalb der Veloszene sind, um gemeinsam die vielversprechende Zukunft der Velo-Schweiz zu gestalten. Die inspirierende Veranstaltung im Kongresshaus Zürich unterstrich die immense Bedeutung und das Potenzial der Veloförderung in der Schweiz.

Das Veloforum 2024: Eine inspirierende Reise in die Zukunft des Velofahrens

Der grosse Kongresssaal füllt sich schnell. In der prachtvollen Empfangshalle werden die 300 Teilnehmenden herzlich mit Kaffee und Gipfeli begrüsst, während sie sich in der gemütlichen Atmosphäre bereits die ersten Kontakte knüpfen. Punkt 09:30 startet das Veloforum musikalisch: Traumhafte Klaviertöne von Martin Villiger, untermalt von Slädu an der E-Gitarre, geben einen kleinen Vorgeschmack auf den inspirierenden Tag.

Die charmanten Moderatoren Annina Campell und Peter Röthlisberger heissen die Besucher willkommen und begleiten sie durch das Programm. Zürichs Stadtpräsidentin Corine Mauch eröffnet offiziell das erste Veloforum und verspricht eine Weltmeisterschaft, wie es sie noch nie gegeben hat.

 

Wissenschaft trifft Leidenschaft

Professor Patrick Rérat von der Universität Lausanne betritt die Bühne und taucht in die Wissenschaft des Velofahrens ein. 60% der Schweizer Bevölkerung besitzen ein Velo, doch es wird selten für den Alltag genutzt. Sicherheitsbedenken und eine mangelnde velofreundliche Infrastruktur sind hier die Hauptprobleme. Rérat betont die Notwendigkeit einer sicheren und attraktiven Umgebung, um die Menschen zum täglichen Radfahren zu motivieren. Interessanterweise zeigt sich ein «Röstigraben» auch im Velofahren: Die Deutschschweiz liegt vorne, aber Städte wie Lausanne holen schnell auf.

«Für die Velowende brauchen wir eine fehlerverzeihende Infrastruktur. Der «Lauratest» sorgt dafür, dass die Infrastruktur für 11-jährige passt.» Prof. Patrick Rérat – Universität Lausanne

«Das Bedürfnis nach Mobilität ist unersättlich.» Stefan Siegrist – Direktor BfU

Fabian Cancellara, Weltmeister und Olympiasieger, begeistert als Botschafter der Rad-WM 2024 das Publikum. In einem bewegenden Rückblick auf seine Karriere betont er seine Leidenschaft fürs Radfahren und möchte diese an Kinder, Sportler und Pendler weitergeben. Sein Enthusiasmus ist ansteckend und macht Lust aufs Radfahren.

«Nicht nur im Sport brauchen wir das Velo, sondern auch im Alltag – vor allem in Zürich!» Fabian Cancellara – Weltmeister und Olympiasieger

 

Die Zukunft der urbanen Mobilität

Co-CEO Reto Meyer von Tour de Suisse und Dirk Kurek, CEO von Komenda, zeigen eindrucksvoll, wie Speed-Pedelecs die urbane Mobilität revolutionieren können. Kurek zitiert den Wissenschaftler Erick J. Leed: „Die Mobilität ist die früheste, prähistorische conditio humana.“ Eine Pause folgt, in der sich die Teilnehmer weiter vernetzen können.

Nach der Pause spricht der Genussvelofahrer Bundesrat Albert Rösti per Videobotschaft und hebt die Bedeutung des Velofahrens für die zukünftige Mobilität hervor. Jürg Röthlisberger vom ASTRA erläutert im Gespräch mit Namensvetter Peter Röthlisberger die Herausforderungen und Ziele, um die Velokilometer bis 2050 zu verdoppeln.

«Wir brauchen das Velo als Mobilitätslöser!» Albert Rösti – Bundesrat

Alice Bögli von der Stiftung SchweizMobil malt ein visionäres Bild des Velolands 2035 und holt das Publikum zurück in die Gegenwart. Michael Liebi von der Velokonferenz zeigt die Fortschritte und Herausforderungen in der urbanen Velonetz-Planung und bekräftigt, dass eine „Velowende“ machbar ist.

 

Begeisterung und Engagement für das Velo

Nationalrat Matthias Aebischer, Präsident von Pro Velo Schweiz, stellt den 42.000 Mitglieder starken Verband vor und erläutert, wie das neue Velogesetz die Velowende unterstützen kann. Seine Entschlossenheit: „Wenn wir es schaffen, in der Schweiz die Velokilometer zu verdoppeln, trete ich zurück.“

Im Format «Lösungslabor» diskutieren Cathrine Elliot, Fabienne Perret, Daniel Freitag und Thomas Hug die Strasse als Lebensraum. Elliot fordert eine Anpassung der Verkehrsparameter, während Perret betont, dass Mobilität von den Menschen gestaltet wird und keine einfache «Top-down»-Lösung existiert. Freitag sieht das Fahrrad als vielseitiges Werkzeug und plädiert für eine tägliche «Critical Mass». Hug unterstreicht die Bedeutung, jene zu erreichen, die noch überzeugt werden müssen, und betont, dass es kein Patentrezept gegen den kulturellen Widerstand gibt, sondern gemeinsames Handeln und Dialog erforderlich sind.

«Wir kämpfen um den Stadtraum, den wir wollen und nicht den, den wir heute haben.» Thomas Hug – Verkehrsplaner und Stadtentwickler

Nach einer unterhaltsamen Show von BMX-Superstar Matthias Dandois, begleitet von den Musikgrössen Martin Villiger und Slädu, geht es weiter mit dem Lösungslabor. Cathrine Elliot, Fabienne Perret, Daniel Freitag und Thomas Hug diskutieren die Strasse als Lebensraum und wie Verkehrssicherheit und Mobilität verbessert werden können.

Regionaler Zusammenhalt und Sicherheit

Damian Constantin und Martin Vincenz präsentieren die Verbindungsmöglichkeiten der Regionen Wallis und Graubünden und betonen die Notwendigkeit gemeinsamer Projekte. Stefan Siegrist vom BfU erklärt, dass Sicherheit ein zentraler Erfolgsfaktor für die Velozukunft ist und fordert den Infrastrukturausbau, besonders innerorts.

«Das Bedürfnis nach Mobilität ist unersättlich.» Stefan Siegrist – Direktor BfU

 

Zürich auf dem Weg zur Velostadt

Simone Brander von der Stadt Zürich zeigt anhand interessanter Studien, warum Vorzugsrouten zentral für die Veloförderung sind. Ihr Ziel: Zürich soll bis 2030 zur Velostadt werden.

«Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Velovorzugsrouten keine Raserstrecken sind.» Simone Brander – Stadträtin Zürich

 

Gemeinsame Stimme für das Velo

Nathalie Schneitter, das Velochamäleon, betont die Bedeutung einer gemeinsamen Stimme und stellt sieben spannende Projekte vor, die dank der Rad-WM initiiert wurden.

 

Zukunft auf zwei Räder

Im zweiten Lösungslabor diskutieren Marc Stoffel, Urs Schäppi und Michael Hartweg über die Velo-Welt der Zukunft. Innovative Technologien wie Hackathons, Tracker, Apps und smarte Bikes werden helfen, die Menschen vom Auto aufs Velo zu bringen. Die Integration von Mobilität wird ein wesentlicher Bestandteil der Velo-Zukunft sein.

Das Veloforum 2024 zeigt eindrucksvoll, dass die Zukunft der Mobilität auf zwei Rädern liegt. Durch gemeinsames Engagement, innovative Lösungen und eine leidenschaftliche Gemeinschaft kann eine velofreundliche Zukunft gestaltet werden.

«Ein Test zeigte nach 30 Tage autofrei, das 60% der Teilnehmenden ihr Auto verkauften. Ein grösseres Testfeld bestätigte den Befund. Momentan läuft ein Versuch unter 1000 TN in Winterthur.» Marc Stoffel – 42hacks
Catherine Elliot: «Kleine Schritte zum Erfolg.» Ein Satz, der die Essenz des Tages perfekt wiedergibt.